Berlin – eine schlechte Adresse für Hundebesitzer
Posted by admin at Mai 31st, 2011
Keine guten Noten für Berlin. Bei der Frage, welche deutsche Großstadt die hundefreundlichste ist, schnitt die Bundeshauptstadt schlecht ab. In allen Kategorien wurde sie von den Konkurrenten überflügelt. Sechs verschiedene Faktoren wurden untersucht und bei keinem konnte Berlin wirklich überzeugen.
Hundebesitzer haben es nicht leicht in der Hauptstadt. Im Vergleich zu den anderen deutschen Großstädte Hamburg, Frankfurt am Main, Köln und München schnitt Berlin schlecht ab, was das Leben mit einem Vierbeiner angeht. Unter den Großstädten ist Frankfurt die hundefreundlichste Stadt Deutschlands.
Hohe Kosten und viele Tretminen
Berlin hat die größte Dichte an angemeldeten Hunden pro Quadratkilometer. 97.000 Tiere sind in der Stadt angemeldet, schätzungsweise 150.000 leben insgesamt in der Stadt. Auf 1.000 Einwohner Berlins kommen so 28 Vierbeiner, was dem bundesdeutschen Durchschnitt entspricht. Ganz vorne mit dabei ist Berlin aber beim täglich anfallenden Hundekot. In dieser Kategorie belegt die Stadt den Spitzenplatz. 55 Tonnen der tierischen Hinterlassenschaften landen täglich auf unseren Straßen. Eine unvorstellbare Menge, groß genug um Hamburg auf Platz zwei deutlich zu distanzieren, denn dort sind es nur 12 Tonnen. Im Verhältnis zur Stadtgröße erzielt die Hansestadt so einen sehr guten Wert. Besonders schlimm aber ist: Die Berliner Hundebesitzer sind auch noch nachlässig, was die Beseitigung der Häufchen angeht, denn nur jeder zehnte Berliner entsorgt die Hundehaufen selber.
Dafür ist die Stadt Berlin fleißig beim Abkassieren der Hundebesitzer. 120 Euro kostet die Hundesteuer für den ersten Hund, nur in Köln ist es noch teurer. Jeder weitere Hund kostet sogar 180 Euro. Dagegen liegt der deutsche Durchschnitt bei lediglich 45 Euro pro Jahr und Hund.
Schlechte Infrastruktur in der Hauptstadt
Auch bei der Infrastruktur für Hunde liegt Berlin ganz weit hinten. Im Verhältnis zur Hundepopulation ist die Hauptstadt mit Tierheimen und Pensionen stark unterversorgt. Auch Hundesalons gibt es in Berlin zu wenig. Lediglich in Köln müssen die Hundebesitzer noch länger nach entsprechenden Einrichtungen suchen. Wird Bello einmal krank, bietet die Bundeshauptstadt ebenfalls eine schlechte Versorgungslage. Gemessen an der Menge der Hunde gibt es deutlich zu wenig Veterinäre und nur in Hamburg ist die Versorgung noch schlechter.
Hunde möchten natürlich auch mal raus und ordentlich toben, Grünflächen und Parks sind hierzu ideal geeignet. In Berlin kann die Suche nach einer geeigneten Anlage aber zum Problem werden. Es gibt viel zu wenig Parks für die große Anzahl an Hunden und so liegt die Spreemetropole auch hier auf dem letzten Platz. Dasselbe gilt auch für die Anzahl der Hundevereine. Obwohl im Stadtgebiet insgesamt 29 Hundevereine zu finden sind, ist dies im Verhältnis zur Hundepopulation noch immer zu wenig. Die Gewinnerstadt Frankfurt liegt in diesem Bereich ebenfalls auf Platz 1.
Es bleibt zu hoffen, dass sich in der Stadt möglichst schnell etwas tut, damit Berlin bald die hundefreundlichste Stadt Deutschlands wird.